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Thursday’s Retrospective

This post was first published in my blog “Pit’s Musings and Ramblings from a Big Country: Mein persönliches Blog mit ‘Updates aus Texas‘” on Friday, January 22nd, 2010.

Donnerstägliche Retrospektive

Diesen Artikel habe ich ursprünglich in meinem Blog “Pit’s Musings and Ramblings from a Big Country: Mein persönliches Blog mit ‘Updates aus Texas’“, am Freitag, dem 22. Januar 2010, veröffentlicht.

Ärzte & Gesundheitswesen [1]

ursprünglich veröffentlicht am Freitag, Januar 22, 2010

Heute Morgen war ich in Floresville, bei einem Rücken- und Schmerzspezialisten, den mir mein Orthopäde in San Antonio empfohlen hatte. Ich will nämlich hier für meinen Rücken die Behandlung fortsetzen, die wir schon in Deutschland bei Dr. Buhr angefangen hatten, aber aus Zeitmangel – mein Aufenthalt ging zu Ende – nicht beenden konnten: Spritzen [möglicherweise unter Röntgenkontrolle nahe an die Wirbelsäule]. Mal sehen, ob Dr. Alvarado das hier genauso macht. Apropos Dr. Alvarado: er scheint kompetent zu sein und ist sympathisch – was ja immer etwas ausmacht im Verhältnis Patient – Arzt. Jetzt habe ich einen Termin am kommenden Freitag in seiner Praxis in San Antonio. Die Behandlung hier vor Ort im Krankenhaus wäre – wie er sagte – erheblich teurer.

Apropos teuer: die Preisgestaltung hier ist für uns Deutsche doch manchmal seltsam. Wenn man direkt den vollen Betrag zahlt, bekommt man Rabatt, manchmal gar nicht unerheblich! Und wenn man nicht direkt alles zahlt, wird einem sofort eine Ratenzahlung angeboten, und das ohne Aufpreis und ohne Zinsen. Andere Länder haben bekanntlich andere Sitten. Übrigens, $150 für ein etwa 10-minütiges Beratungsgespräch heute war eigentlich ein ziemlich stolzer Preis – auch wenn es am Ende Medikamente gratis [Arztmuster] gab.

Die Untersuchungen bei Dr. Alvarado und bei Dr. Joshi [das ist der Orthopäde in San Antonio] waren übrigens etwas oberflächlicher als ich es von Dr. Buhr gewohnt bin. Hier verlassen sie sich mehr – im Grunde genommen (fast) ausschließlich – auf die Technik, d.h. in meinem Fall auf ein MRT. Eine Untersuchung sozusagen „von Hand“ gab es bei Dr. Alvarado gar nicht und bei Dr. Joshi nur in der Form, dass ich beim ersten Praxisbesuch einmal meine Zehen gegen seine Hand pressen musste. Finde ich nicht besonders viel. Aber die Diagnose ist wohl ok. Mal sehen, was die Behandlung dann bringt.

Was das „Untersuchen per Hand“ angeht: da tut meine Physiotherapeutin hier erheblich mehr. Sie hat sich – und das nicht nur einmal – einen eingehenden Überblick verschafft über meinen Rücken und meine Hüfte. Und das alles mit Anschauen und Fühlen. Mein Eindruck ist, dass sie über eine wirklich große Erfahrung verfügt. Und das Ergebnis der Behandlung spricht für sich: durch eine ziemlich konventionelle Therapie [Reizstrom, Wärme, Ultraschall, Stretching und Massage] hat sich mein Rücken ganz enorm gebessert.

Weiteres zum Gesundheitswesen bzw. zu den Ärzten hier: es ist (relativ) einfach, einen Termin zu bekommen, auch bei Spezialisten. Bei mir ist es natürlich von Vorteil, dass ich als Selbstzahler ungebunden und daher frei in der Arztwahl bin, während Mary immer erst nachschauen muss, ob der jeweilige Arzt mit ihrer Kasse einen Vertrag hat. Ansonsten würde die Kasse Nichts ersetzen.

Die Qualität der Ärzte ist ganz unterschiedlich, aber das ist ja wohl bei uns nicht anders. Dr. Ramirez – unser Allgemeinarzt hier vor Ort – ist ein lieber, netter und sympathischer Kerl, aber vertrauen tue ich ihm nur für „einfache und allgemeine Wehwehchen“. Bei ernsteren Sachen ist er mir zu oberflächlich und wartet zu lange, ehe er an einen Spezialisten überweist. Aber er ist und bleibt eben die erste Anlaufstelle vor Ort.

Ebenfalls nicht zufrieden war ich mit dem Dermatologen. Noch oberflächlicher kann eine Untersuchung kaum ausfallen: nur mal eben von oben bis unten angeschaut – ohne näher ranzugehen, ohne Lupe und erst Recht ohne Dokumentation per Digitalfoto. Das war mir dann nun doch – insbesondere bei der Menge meiner Pigmentflecken, von denen eine ganze Reihe nun doch deutliche und eingehende Beobachtung verlangen – ganz erheblich zu wenig. Und so haben wir uns dann bei einem anderen Dermatologen angemeldet, der einen exzellenten Ruf hat. Mal sehen, wie das wird. Mein Dermatologe in Bonn, Dr. Manske, hatte mich ja schon vorgewarnt, dass die Dermatologie in Amerika nicht unbedingt „das Gelbe vom Ei“ sei.

Was auch noch ganz anders ist als zuhause in Deutschland: hier reisen die Ärzte über Land. Dr. Alvarado z.B. hat seine Praxis in San Antonio, kommt aber zweimal pro Monat nach Floresville. Da hat er dann im Krankenhaus ein paar Räume zur Verfügung. Ebenso kommt der Urologe aus Seguin [ca. 75 Meilen entfernt], wo er seine Praxis hat, einmal pro Monat hier nach Kenedy ins Krankenhaus. Das ist natürlich ganz praktisch, denn es erspart bei einen so großen und dünn besiedelten Staat wie Texas weite Fahrten.

Medical Doctors and Health Care [1]

originally published on Friday, January 22, 2010

This morning I was in Floresville, seeing a back and pain specialist who had been recommended to me by my orthopedic doc in San Antonio, because I would like to continue here the treatment for my back which I had started back in Germany with Dr. Buhr but couldn’t finish as the time of my stay was running out: injections [possibly controlled by x-ray] cl.ose to my spine. I’ll have to see still if Dr. Alvarado here will do it the same way. Talking of Dr. Alvarado: he seems to be competent and is personable – which is always an important factor in the patient-doctor relationship. Now I have an appointment with him in his San Antonio office. Treatment here at the hospital would be way more expensive as he assures me.

Talking of expensive: for someone like me – from Germany – the pricing here is quite strange. If you pay the full amount immediately, you get a rebate – sometimes quite significant! And if you don’t pay the whole amount at once, you’re immediately offered payment in instalments, and without any additional chrge or interest. Different countries, different customs! The $150 for just 10 minutes of talking was quite a lot – even if in the end I got some medication for free. But then, they were samples anyway.

The examinations by Dr. Alvarado and by Dr. Joshi [the orthopedist in San Antonio] both were more superficial than what I was used to with Dr. Buhr in Germany. They seem to rely more on technical diagnoses, nearly only, in fact. In my case it was an MRI. An examination by hand was not doem at all by Dr. Alvarado, and barely by Dr. Joshi. For him it was sufficient for me to press my toes against his hands when I saw him first. That’s really not much, isn’t it? Well, the diagnosis seems to be ok, though. I’ll have to wait and see what the treatment will do.

Talking of “examination by hand”: my physical therapist here does way more of that. It was not only once but multiple times that she got herself a detailed overview of my hip and back – all by looking and feeling. She seems to have a lot of experience, and the result of her treatment speaks for itself: just with quite a conventional therapy [heat, electrical stimulation, ultrasound, stretching, and massage] my back has improved enormously.

More about health care hereabouts: I find it very easy to get an appointment, even with specialists. Maybe I have the advantage that – as I have no insurance and thus am “self-pay” I am free to choose my doctor and don’t have to see a doctor in my insurance’s network. Mary always has to look up if the doctor she wants to go to is in her insurance’s network. Otherwise her insurance wouldn’t pay anything at all.

The quality of the doctors is quite diverse, but that’s no difference to Germany. Dr. Ramiraz, the general practitioner here, is a nice and personable guy, but I’d trust him only for “simple and common” complaints. For more serious complaints he seems to be too superficial to me and he seems to wait too long begore he sends you to a specialist. Well, he still is the first place to go.

Another doctor I was not too pleased with was the dermatologist. His examination could not have been more superficial: just give me a look up and down, without coming very close and without a magnifying glass. And of course not – as I’m used to from Germany – without any photo documentation. This reall was way too little, especially as I have a lot of pigmented moles, quite a few of which need explicit and detailed watching. This is why I’m seeing a different dermatologist that has a very good reputaion. I’ll have to see how that turns out. My dermatologist in Bonn, Dr. Manske, had already warned me about the low standard of dermatology here in the US.

What also is different from Germany: here the doctors travel to different places. Dr. Alvarado, e.g., has his office in San Antonio, but comes to Floresville twice a month. He has a few rooms at the hospital there. The same holds true for the urologist from Seguin [ca. 75 miles away]. He comes from his office there to the hospital in neighbouring Kenedy once a month. That is – of course – very convenient as it saves the patients a lot of travelling, big but sparsely populated as Texas is.

26 responses to “Thursday’s Retrospective

  1. Helmut Hartmann

    Du brauchst doch keine Muckiebude……..
    Du hast doch Deinen Aufsitzrasenmäher……… und Dein kleines Grundstück…..
    Das reicht vollkommen.
    HG helmut

    • Muckibude brauche isch wirklich nicht, lieber Helmut. Es reucht, wenn ich jeden Avend unseren Mr. Pickwick mit seinen 18 Pfund ins Haus tragnmuss! 😉 Der ist naemlich so faul, dass er nur ganz selten von alleine reinkommt.
      LG,
      Pit

  2. Mit Bewegung hatte ich zuletzt wieder eifrig angefangen, ganze 8 Tage mit 6 Einheiten darüber verteilt.
    Im Moment ist es allerdings viel zu heiß.

    • Ich bin da – leider – etwas sehr nachlaessig geworden, nicht zuletzt deswegen, weil mir mit zunehmendem Alter die Hitze hier doch mehr und mehr zu schaffen macht. Ich ueberlege deswegen, ob ich nicht Mitglied im Wellness-Studio des hiesigen Krankenhauses werden soll. Da kann ich dann ja in klimatisierten Raeumen sein.

      • So etwas habe ich mir abgeschworen. Zwar war ich einst im Fuerteventura -Urlaub jeden Tag im Gym, aber hier im Alltag ist es mir zuviel.
        Ich merke aber, daß mittlerweile die max. 30 Minuten auf dem Laufband doch mehr ermüden, als ich dachte.

  3. Hoping your health care visits can help. When we were in Germany a few years ago… we had to make a stop in the area hospital. We were quite impressed.

    • Luckily I haven’t really needed treatment for my back for quite a while.
      I’m glad you liked the Grman hospital. Would have been better, though, not to have needed it.

  4. Hallo Pit, deine Rückentherapie habe ich mit großem Interesse gelesen, da ich gerade selbst mit Bandscheibenvorfall und Ischialgie lahmgelegt bin. Für mich startet eine Rehabilitation in drei Wochen. Ich hoffe, ich kann dann wieder mit meinen Reisen loslegen
    LG und gut Rücken😃

  5. Hallo Pit.
    Deine Rückblicke finde ich oft sehr interessant.
    Manchmal würde mich aber auch interessieren wie du es heute siehst oder wie es dir z.B. heute mit deinem Rücken geht.
    Das würde solchen einen Rückblick vielleicht noch vervollständigen.
    LG, Nati

    • Hallo Nati,
      zuerst einmal ganz kurz: heute sehe ich die medizinische Situation hier nicht viel anders. Mehr dazu – ich habe einen ganz eigenstaendigen neuen Beitrag seit Langem geplant – kommt.
      Meinem Ruecken geht es nicht besser und nicht schlechter. Manche Dinge – z.B. in gebueckter Haltung [wie neulich mit der Kettensaege] arbeiten – tun dem Ruecken nicht gut. In Deutschland haben die Spritzen manchmal geholfen, manchmal auch nicht. Physikalische Therapie scheint noch das Beste zu sein. Zur Zeit komme ich aber ganz gut ohne jede Therapie aus.
      Liebe Gruesse,
      Pit

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