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No Room for a Picture on a Blank Wall

That’s the title of a play we went to see at the Auditorium of the Fredericksburg High School on Friday evening. It impressively deals with the subject of Alzheimer’s Disease. Admittedly, it was – as could be expected with this subject – very melancholy, but in spite of this it was well worth seeing. The play had been written by award-winning local author David R. Remschel, who also had a minor role in the cast.

No Room for a Picture on a Blank Wall

So ist der Titel eines Theaterstücks, das wir am Freitagabend in der Aula der hiesigen High School gesehen haben. Es beschäftigt sich in beeindruckender Weise mit dem Thema “Alzheimer”. Zugegeben, es war – und das war bei diesem Thema ja auch kaum anders zu erwarten – sehr melancholisch, aber es war trotzdem sehenswert. Geschrieben wurde das Stück übrigens von einem ortsansässigen Autor, David R. Remschel, der auch eine Nebenrolle in der Aufführung übernommen hatte.

What fascinated me was the stagecraft of the main character, Bob Straus [like all the other members of the cast not a professional actor] in the role of Peter Bunting, an aging photographer, who slowly but surely falls victim to this stealthy disease. His loss of reality – beginning with the fact that he doesn’t seem to see his best picture on the living-room wall any more, but then, after his wife Rosie has taken it down and hidden, seems to see it there again – and the slow loss of memory are symbolized by movers, only existing in his imagination, who slowly take away the furniture, piece by piece, and then even the walls of the house itself. What remains – till just before the end – are his love for and remembrance of his wife of 25 years, Rosie. Both of them regain hope that everything might still take a turn for the better shortly before the end of the play, when Peter, stimulated by pictures of a China holiday his daughter in law, Amy, shows him, seems to wake up from his lethargy, react normally, and happily remembers quite a few instances from his past. It is all the more depressing then when even his beloved Rosie is finally erased from his memory and he – but without realizing – remains on his own on the stage that meanwhile is nearly completely empty. Both the example of Rosie, his wife, and Amy, his daughter in law, also show how difficult it is for close relatives to deal with a person suffering from Alzheimer’s.

Was mich fasziniert hat, war die schauspielerische Leistung des Hauptdarstellers Bob Straus [ein Laienschauspieler übrigens wie alle anderen Mitglieder des Ensembles] in der Rolle des Peter Bunting, eines alternden Fotografen, der langsam aber sicher immer mehr dieser schleichenden Krankheit anheim fällt. Sein Realitätsverlust – beginnend damit, dass er zunächst nicht mehr erkennt, das sein Lieblingsfoto immer noch an der üblichen Stelle an der Wohnzimmerwand hängt, es dann aber, nachdem seine Frau es abgenommen und versteckt hat, eben dort wiederzuerkennen glaubt – sowie der langsame Schwund seines Erinnerungsvermögens werden symbolisiert durch die Tatsache, dass Möbelpacker, die nur in seiner Einbildung existieren, langsam aber sicher zunächst die Möbel aus seinem Haus entfernen, dann aber auch das Haus selber demontieren. Was zurück bleibt, ist – bis kurz vor Ende – die Liebe zu und Erinnerung an seine Frau Rosie. In beiden flackert kurz vor Ende auch noch einmal Hoffnung auf, es könne sich doch noch Alles zum Besseren wenden, als Peter, angeregt durch Fotos von einer Chinareise, die ihm seine Schwiegertochter Amy zeigt, scheinbar normal reagiert und sich an Vieles freudig erinnert. Umso erschreckender ist es dann, wenn auch seine Frau Rosie aus seiner Erinnerung gelöscht wird und er auf der mittlerweile fast gänzlich leeren Bühne alleine – aber eben ohne sich dessen bewusst zu sein – zurückbleibt. Sowohl am Beispiel seiner Ehefrau Rosie als auch an dem seiner Schwiegertochter Amy wird auch deutlich, wie schwer es für Angehörige ist, sich einem an Alzheimer Erkrankten gegenüber zu verhalten.

Even if, like I said before, the play was quite melancholy, we are happy we went to see it. The proceeds, btw, went to the Alzheimer’s Support Unit of the local hospital.

Auch wenn es, wie gesagt, im Ganzen recht melancholisch war: wir sind doch froh, dass wir hingegangen und uns das Theaterstück angesehen haben. Der Erlös ging übrigens an das Alzheimer’s Support Unit des hiesigen Krankenhauses.

Finally: a performance like this is one of the many cultural events Fredericksburg offers – one very important reason why we have chosen Fredericksburg for our new hometown.

Abschließend: eine Theateraufführung wie diese ist eines der vielfältigen kulturellen Angebote hier in Fredericksburg – ein ganz wesentlicher Grund, weswegen wir Fredericksburg als unsere neue Heimat gewählt haben.

20 responses to “No Room for a Picture on a Blank Wall

  1. Das finde ich sehr interessant.
    Vor allem, weil mich das Thema Alzheimer und Demenz sehr interessiert.
    Davor hab ich nämlich wirklich Angst (natürlich auch vor Krebs und anderen schlimmen Krankheiten).
    Ich glaube, die meisten Menschen wissen gar nicht, wie schlimm Alzheimer wirklich ist. Es ist nicht einfach nur, dass man immer mehr vergisst. Es fängt ja harmlos an, bis man irgendwann auch nicht mehr weiß, wie man sich anzieht, sich wäscht und dass man essen und trinken muss. Und man kennt niemanden mehr. Die Menschen im fortgeschrittenen Stadium sind nicht mehr die, die sie mal waren. Sie leben in einer anderen Welt. Und für die Angehörigen ist es auch wirklich sehr schlimm.
    Ich habe zu diesem Thema voriges Jahr ein Buch gelesen. Ich hatte es hier auch mal kurz erwähnt: https://baumdaemon.wordpress.com/2014/03/03/so-ist-es/
    Vor kurzem fand ich heraus, dass dieses Buch nun auch verfilmt wurde.
    http://www.trailerseite.at/film/15/still-alice-kino-trailer-31694.html
    Hab jedoch anhand des Trailers gesehen, dass da leider wieder mal etwas vom Buch abgewichen wurde.
    Falls es Dich interessieren sollte, hier die Beschreibung zum Buch:
    http://www.amazon.de/Mein-Leben-ohne-Gestern-Roman/dp/3785760167.
    Ich glaube im Original heißt es auch nur “Still Alice”.

    Warum ich mich so dafür interessiere, war die Tatsache, dass ich öfter mal der Meinung bin, dass ich für mein Alter her zeitweise einfach zu viel vergesse. Außerdem fallen mir oft partout gewisse Wörter nicht ein. Und das sind “normale Wörter”. Keine komplizierten oder so.
    Als ich oben im Text den Satz schrieb, dass im Bild vom Film abgewichen wurde, hatte ich den Satz, als ich anfing zu schreiben, schon komplett in den Gedanken vor mir. Und als ich bei dem Wort “Buch” ankam, fiel mir plötzlich das Wort “abgewichen” nicht mehr ein. Ich musste tatsächlich eine Minute lang oder so nachdenken, bis es mir wieder einfiel.
    Auch im Buch wurde eine Situation beschrieben, die mir auch schon mal passiert ist und die mich damals sehr erschreckt hat. Da das aber schon gut 3 Jahre her ist und nicht wieder vorgefallen ist, beruhigt mich das wenigstens etwas. 🙂

    Aber vielleicht liegt meine Vergesserei auch daran, dass ich ja die letzten zwei Jahre dauernd über was nachdenke, mich über dieses und jenes Sorgen mache und Ängste habe und mein Kopf dadurch so voll mit allem Möglichen ist, sodass ich vieles andere vergesse.
    Natürlich könnte ich das Ganze ja auch mal von einem Neurologen abklären lassen. Aber ehrlich gesagt, kann ich mich nicht dazu überwinden.

    Was ich sehr gut finde, dass der Erlös von diesem Theaterstück einem guten Zweck für diese Krankheit zu Gute kommt.

    Sorry, für diesen halben Roman, den ich nun da geschrieben habe.

    Liebe Grüße
    Gabi

    • Hallo Gabi,
      keine Sorge: ich lese immer gerne Deine Kommentare, auch halbe Romane. 😉
      Bei Alzheimer habe ich für mich selbst eigentlich keine Angst. Ich würde davon ja ohnehin nichts wissen. Angst habe ich eher, dass es einen nahen Verwandten, insbesondere meine Frau, treffen könnte. Nicht dass es da Anzeichen gäbe, aber bei dieser heimtückischen Erkrankung weiß man ja nie.
      Was unsere – Deine, ihre, meine – Vergesslichkeit angeht: da mach’ Dir mal keine Sorgen. Ein gewisser Gedächtnisschwund ist im Alter nur natürlich. Ich weiß noch nur zu gut, dass mein Vater im Alter von um die 75 oder so oft in den Keller zur Tiefkühltruhe ging und dann, unten angekommen, nicht mehr wusste, was er daraus holen wollte. Aber er ist 90 Jahre geworden und war bis zu seinem letzten Tag geistig voll klar.
      Danke für die Links: werde ich mal bald reinschauen.
      Einen schönen Sonntag noch, und mach’s gut,
      Pit

      • Das ist mir schon klar, dass das Gedächtnis mit dem Alter nachlässt. Und das, was Du von Deinem Vater erzählst, passiert mir leider auch jetzt schon öfter.
        Aber wie gesagt, vielleicht hab ich auch den Kopf oft zu voll mit unnötigen Dingen.

        Alzheimer ist leider doch etwas anders gestrickt. Ja, irgendwann weiß man selber nichts mehr davon, aber das erst ab einem gewissen Stadium. Davor kriegt man es leider sehr wohl mit. Zu Beginn tritt das Vergessen oder die Orientierungslosigkeit ja nur phasenweise und kurz auf. Diese Dinge werden aber immer häufiger und in den “hellen” Momenten weiß man das. Und die Menschen sind oft verzweifelt und leiden darunter.

        Aber lassen wir das. Diese und auch jede andere Krankheit sind keine schönen Themen. Man kann nur hoffen, dass man recht lange davon verschont wird.

        LG Gabi

  2. Sounds like it might be a tough one to sit through.

    • Hi Rhythm,
      Yes, it WAS tough to sit through and watch, especially with that great performance of the main actor. But it was worth it.
      Have a great Sunday,
      Pit

  3. Hallo Pit,
    find ich schön, dass ihr euch die Vorstellung angeschaut habt. Klingt auf jeden Fall bereichernd, auch wenn es ein schweres Thema ist. Das Leben ist nun mal nicht immer nur Eitel Sonnenschein. Sowas wie Alzheimer gehört manchmal leider dazu. Sich damit auseinanderzusetzen kann nicht schaden, die Leistung der Laienschauspieler zu würdigen sowieso nicht.
    Ich hab immer Achtung vor dem Mut solcher Theater-Laien, die es mit Herzblut tun.
    LG, Marion

    • Hallo Marion,
      es war eine faszinierende Vorstellung, auch wenn es nicht einfach war, dem zuzusehen.
      Wir haben hier auch im regulaeren Theater uebrigens auch nur Laienschauspieler, Amateure dazu. Aber die Auffuehrungen sind Spitzenklasse. Naechste Woche sehen wir uns hier “Anatevka” an. Da freuen wir uns schon drauf.
      Einen schoenen Sonntag noch,
      Pit

  4. Wir haben hier gerade eine Film gesehen, der das gleiche Thema behandelte. Der Film heißt Honig im Kopf. Er war sehr interessant. Dir noch einen schönen Abend. L.G.

  5. Diese Idee mit den Möbelpackern – klingt wirklich gut, aber auch furchtbar traurig … Derzeit versuche ich alle Bücher, Filme etc. zu diesem Thema eher zu umgehen, da es mir persönlich zu nah kommt (ein Fall in der engsten Verwandtschaft …). Aber das Theaterstück klingt zumindest nicht nach diesen süßlichen Filmen oder Büchern, die dieses furchtbare Vergessen eher zu verniedlichen scheinen.
    Liebe Grüße
    Petra

    • Hallo Petra,
      dieses Theaterstück – der Autor ist dafür übrigens ausgezeichnet worden – war wirklich nicht süßlich oder verniedlichend, sondern im Gegenteil sehr eindrucksvoll – beängstigend eindrucksvoll. Nicht zuletzt der schauspielerischen Leistung des Hauptdarstellers wegen. Nicht einfach, dem zuzusehen, aber lohnend. Und die Symbolik mit den Möbelpackern war toll.
      Einen feinen Sonntag noch,
      Pit

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